...als ich es mir vorgestellt hatte. Wir sind ja wahre Meisterinnen im Planen und Vorausdenken. Das klappt natürlich nur, weil unsere Existenz hier in der Schweiz relativ sicher und komfortabel ist. Wir wissen: Essen, Geld, Gesundheit, ÖV und Staat funktioniert meistens wie ein Schweizer Uhrwerk. So kann natürlich geplant werden. Und dann ist der Terminkalender plötzlich von ganz weit oben gestrichen/abgesagt. Es bleibt viel Zeit und wenig Nähe. Nur noch zu 5 sollten wir nun unterwegs sein. Es ist auch beinahe alles zu wo Mensch hingehen könnte. Es ist wirklich gerade alles anders...

Ungewisse Tage

Ich merke wie viel meines "normalen" Alltages routiniert abläuft. Die Termine fliessen dahin, die Zeit ebenso und häufig bleibt am Ende des Monates die Frage wo er denn bloss hingekommen ist. Was ich im Moment vermisse ist mein Körpergefühl. Zu wenig Bewegung/Sport zu viel Süsses/Kaffee. Und gerade seit zwei Tagen spüre ich in der linken Wade wieder irgend so eine Vene pulsieren. Das alles in dieser Corona-Zeit. Ich fühle mich müde und ausgelaugt, quasi ohne geladene Batterien. Und gerade jetzt sollten wir doch alle kreativ und lustvoll an diese Chance rangehen. Denn ich empfinde es auch als eine Chance. Die Verlangsamung des Tages und der Welt bringt nebst der wirtschaftlichen Krisen ganz viel Entschleunigung und damit in folgenden wichtigen Fragen. (Die schon immer wichtig waren!)

1) um was geht es eigentlich?

2) ist das was ich zur Zeit mache das was ich wirklich machen will?

3) machen wir nach Corona so weiter wie vor Corona?

Und natürlich gäbe es noch viele Fragen mehr. Fragen stellen ist einfacher als Fragen beantworten und sich dann in Richtung Antwort bewegen oder be-Leben. Ich höre in meinem Umfeld ganz viele Theorien ob diese Krise nun schlimm oder weniger schlimm ist, ob es nur eine Grippe ist wie jede andere, ob der Bundesrat übertreibt, ob sich damit nur einige eine goldene Nase verdienen etc. Ist es nicht einfach verdammt schwierig das als "normalo" abzuschätzen? Bin ich kein Arzt oder Bundesrat kann ich mir da wohl wirklich nur eine begrenzte Meinung bilden. Mein Credo ist möglichst ruhig blieben und nicht auf jede Theorie aufspringen und noch mehr Angst schüren. Ruhe und Achtsamkeit bringen uns wohl im Moment mehr als blinder Aktivismus. Leider habe ich diese Ruhe selber gerade nicht so. Ich weiss wo ich innerlich hingehöre, bin aber noch länger nicht angekommen und der Weg ist im Moment gerade sehr steinig mit leichten Sonnenstrahlen die hin und wieder durchblitzen. Aber ich weiss dass ich es schaffen werde und daran halte ich mich fest. Nächste Woche kann ich trotz allem einen Tag in der Stille verbringen. Da freue ich mich schon sehr darauf.

Männer und Corona Krise

Männer.ch hat ein Corona-Krise: Survival-Kit für Männer unter Druck herausgegeben. Das hat mir gerade geholfen. Es steht nichts Neues aber es steht und ist noch einmal zusammengefasst. Bitte anschauen wenns daheim brennt oder glimmt. Da werden schon noch einige Dinge auf unsere Gesellschaft zukommen. Weil plötzlich sind alle daheim, plötzlich brechen alte Muster auf, plötzlich gibt es Ärger. Oder der Ärger hat einfach noch mehr Zeit um sich breit zu machen.

Rollen

Mit meiner Frau war ich mal wieder im Kino. Die Kinder bei den Nachbarn. Der Film "von der Rolle" geht gekonnt der Frage nach wie denn Rollen heute so sind in der Familie. Es sind ganz andere Rollen als die bekannten zu sehen und immer wieder erkannte ich mich in den Szenen im Film wieder. Ein gelungener Streifen bei welchem ich bei der Premiere in Liestal auf dem Podium gewesen wäre. PAPArlapapp! dann kam Corona- der Rest wurde gestrichen.

Ich versuche meine Körperlichkeit wieder zu finden, versuche meine Batterien wieder aufzuladen oder auszuwechseln, geniesse die guten Momente und freue mich mehr ab meinen Kindern und meiner Familie. Das nehme ich mir gerade vor. Bis bald liebes Tagebuch.