...Männer zurück an den Herd


Schon bald dürfen wir über zwei Wochen Zeit für den künftigen Papa in der Schweiz abstimmen. Also alle die dann Papa werden, können zwei Wochen bezahlt auf der faulen Haut liegen.....


MOOOMEEENT!


Also erstens finde ich das konstruierte Wort „Vaterschafts-Urlaub“ leicht abwegig. Als selber Vater von zwei Kindern (5 Jahre und 15 Monate) kenne ich die Anstrengungen durchaus die so ein Papa-sein mit sich bringt. Insbesondere die erste Zeit gerade rund um die Geburt. Also bei uns war das beim zweiten Kind so: Meine Partnerin hat zwar eine bombastische Geburt hingelegt, so dass wir am nächsten Tag bereits nach Hause gehen konnten. Es hat aus meiner Optik heraus auch sehr vieles sehr gut geklappt im Geburtshaus und davor und danach. Einmal daheim ist aber die Partnerin nicht einfach wieder fit wie der berühmte Turnschuh sondern schläft und stillt viel und versucht mit dem neuen Menschlein eine Beziehung aufzubauen. Natürlich ist es hier doppelt wichtig dass der Mann auch da ist. Er kann diese Beziehung zum Menschlein auch aufbauen und er muss seine Partnerin mit allem möglichem versorgen. Essen, Küche machen, Wäsche waschen, erstes Kind betreuen, wenn es denn schon eines gibt, moralische Unterstützung bieten, Dokumenten Kram erledigen, da sein und präsent sein.

Also nix Ferien. Und um 05.00 Uhr war dann bei uns jeweils „Schichtwechsel“ damit sie noch etwas schlafen konnte und ich mit dem kleinen auf dem Sofa bis um 07:00 Uhr in „sitzender-Schlafposition“ geschaut habe, dass er noch etwas Luft zum atmen kriegt. Er hatte gefühlt seine ersten Monate bereits eine völlig verstopfte Nase...

Nicht ganz einfach. Aber bestimmt unmöglich wenn es einen Tag für eine Vaterschaft gibt.


Wer soll das denn bezahlen?

Pro 1000 CHF verdientem Geld kostet der „Vaterschafts-Urlaub“ 0.50 CHF zusätzlicher Abzüge auf dem Lohnzettel. Also wenn ein Mann 6000 CHF Brutto verdient dann sind es exakt 3 CHF pro Monat oder 36 CHF im Jahr. Jetzt übernimmt aber der Arbeitgeber die Hälfte davon. Bleiben also noch 18 CHF pro Jahr beim Mann auf dem Lohnzettel kleben!

Nicht ganz viel. Aber bestimmt unmöglich wenn wir im Mittelalter bleiben wollen was die Gleichstellung anbelangt.


Das bringt ja gar nicht allen etwas!

Falsch. Obwohl nicht alle in ihrem Leben Papa werden bringt es doch allen etwas. Warum? Weil die Gleichstellung gestärkt wird, weil die Frau und Partnerin daheim entlastet werden kann und weil eine gute Bindung der Väter an ihre Kinder eine präventive Investition in unsere Zukunft ist. Sehr häufig bei Männern, welche ausser Rand und Band irgendwelchen Unsinn anstellen ist eine fehlende „Vaterfigur“ auch ein Teil des Problems. Nicht nur, schon klar, aber eben auch! Darum Bindung fördern und zwar möglichst früh. Der Kinderabzug der ja auch auf der Liste der Volksabstimmungen steht kostet übrigens 370 Millionen an Steuerausfällen und es profitieren 6% der Bevölkerung davon! Von den Kampflieger-Spielzeugen reden wir nun einmal lieber gar nicht. Eine Therapie der Militärköpfe wäre um einiges billiger. Und Plastikflieger tun es meistens ja auch.

Die Väter können ja Ferien nehmen!

Wie wir weiter oben schon gelesen haben ist es keine Ferienzeit wenn ein Mann Vater wird. Und in den Ferien sollte Mensch und Mann sich erholen und wenn Vater werden so ein stress ist, dann macht es keinen Sinn die Ferien dafür zu nehmen und dann mit einem „Kater“ zur Arbeit zurück zu gehen! Ausfälle auf der Arbeit kosten dann auch.

Wir haben das früher auch nicht gehabt!

Schon klar. Aber heute können wir uns das locker leisten und es wird unsere Gesellschaft weiter bringen und uns im europäischen Vergleich nicht vollends als „Dinosaurier“ dastehen lassen was Investitionen in Elternzeit und Vaterschaft anbelangt. Früher gab es auch noch den Sklavenhandel und kein Frauenstimmrecht etc. Da wollen wir ja auch nicht wieder zurück oder?

Was kommt danach? Elternzeit?

Zum Beispiel! Weil wir es uns eben leisten können. Weil wir eine funktionierende Wirtschaft haben die damit Werbung machen kann, dass sie sich das Wohl der Menschen etwas kosten lässt. Dafür kommen die Menschen gerne zur Arbeit und fühlen sich verstanden und ernst genommen.

Ich bin bald Vater! Was soll ich nun machen?

Am 27. September 2020 JA stimmen zum „Vaterschafts-Urlaub“ und den Kurs „VATER WERDEN“ besuchen. Dann wird’s ziemlich sicher klappen und rund laufen.