tschhh tschhhh....wer kennt die Werbung nicht? Ich bin Vegetarier mit einzelnen Ausreissern hin zum Fisch oder einem Stück Fleisch pro Jahr. Nicht das ich mich damit als besseren Menschen hinstelle, es geht nur um mein "Profil" so quasi. In der aktuellen Ausgabe der COOP Zeitung hat es ein Mann mit einem Stück Fleisch auf die Titelseite geschafft. er ist Chefmetzger. Der Chefredaktor schreibt dann: "Metzger sind unerschütterliche Naturen. Ihr wichtigstes Werkzeug ist nicht das Fleischermesser- sondern ihre solide Menschenkenntnis. Der gute Metzger ist väterlicher Freund, ein klein wenig Lehrer oder auch mal Helfer in der Not, wenn es die Umstände verlangen."

Der Metzger, dein Freund und Helfer? Kennt sich ein Metzger wirklich so gut mit Menschen aus? Nicht eher mit Tieren? Besonders gefällt mir der "väterliche Freund".-) Machen wir ein Experiment und stellen die Aussage des Chefredaktors in die weibliche Form: "Metzgerinnen sind unerschütterliche Naturen. Ihr wichtigstes Werkzeug ist nicht das Fleischermesser- sondern ihre solide Menschenkenntnis. Die gute Metzgerin ist mütterliche Freundin, ein klein wenig Lehrerin oder auch mal Helferin in der Not, wenn es die Umstände verlangen." Funktioniert das auch so gut wie beim Metzger, also dem Mann mit dem Fleisch? Ich frage mich warum Mann und Fleisch und Messer und Grill und Jagen und töten und laut sein und stampfen immer noch so stark in die Männerschublade gepresst wird? OK, die Männer haben in der Höhle das Jagen übernommen (meistens wohl sicherlich) aber es ist heute auch schon längst bekannt, dass die Frauen zusätzlich zum Kinderbetreuen auch noch eine Menge an Kalorien zum täglichen Brot beigetragen haben. Sie haben täglich Beeren und Pilze oder was auch immer gesammelt und der Mann hat dann hin und wieder einmal ein Tier nach Hause gebracht. Kontinuität vs. Glückstreffer? Ich kenne mich da zu wenig aus, habe ja auch nicht Geschichte oder so studiert. Ich wünsche mir auch keine Welt in welcher alles immer in der gender-gerechten Form geschrieben wird. Aber die aktuelle COOP Zeitung enttäuscht mich schon ein wenig. Warum "HELDEN am Grill" und nicht einfach "grillen und chillen" oder Grilltrends? Für mich spielt da noch immer (und das wird noch lange so sein) das traditionelle Männerbild mit. Der Mann ist stark, jagt Tiere (und Frauen?), kennt keinen Schmerz, hat keine Probleme, redet nicht gerne über sich und seine Gefühle UND kann super grillen. Welcher Mann kann eigentlich von sich behaupten, dass er auch Tiere jagen, töten und ausnehmen kann? Also wenn schon, dann richtig oder nicht? Wer grillt, kennt die Menschen und ist väterlich: "Ach komm mein Junge, dein Papa legt dir mal ein ordentliches Stück Fleisch auf den Grill und dann wird das schon wieder werden." Für mich irgendwie eine komische Sache. Wie hätte meine COOP Titelgeschichte ausgesehen? "Mann kann kochen", oder "Grillen und Menschen verstehen hat viel gemeinsam, jedes Stück braucht eine andere Zuwendung." Naja, an der Formulierung kann ich ja noch arbeiten. Aber wieso ist es so anstrengend eine Frau mit einem Stück Fleisch auf die Titelseite zu setzten? Oder einen Mann am Baby wickeln oder Schoppen verteilen? "Der Babynator", war glaub einmal ein Film mit Arnold Schwarzenegger soweit ich mich erinnern kann. Längerer Text kurzer Sinn: Es stört mich, dass im Jahre 2017 noch immer in die gleiche Kerbe geschlagen wird. Es braucht neue und andere Vorbilder von Männern und Vätern als die bereits bekannten. Von der ganzen Frage des Klimaschutzes in Verbindung mit Fleisch Konsum habe ich noch gar nichts geschrieben, wollte ich auch nicht. Ich schicke diesen Link hier einmal dem Chefredaktor der COOP Zeitung, falls er schreibt, werde ich es hier berichten. Na dann, "en GUETE mitenand..."