Am 25. März 2019 gibt es die vorerst letzte Runde PAPArlapapp. Danach ist Familienzeit angesagt. Und am 30. März 2019 empfehle ich allen in die Markthalle zu gehen.

Die Fasnacht war mir eigentlich nie so wichtig. Nun da wir in Nähe zu Basel Stadt wohnen wird es plötzlich Thema. Nicht nur weil das in Basel wirklich ziemlich cool ist sondern weil mein Sohn gefühlte 9 Monate des Jahres von Fasnacht, „Waggis“, „Räppli“ und „Larve“ redet. Immerhin hat er schon das richtige Vokabular für die Dinge, das wäre sonst schon fast gefährlich wenn von „Konfetti“, „Maske“ und „Umzug“ gesprochen würde. Wie dem auch sei, die Trommel aus der alten Kartonschachtel und das „Ueli“ Kostüm haben wir bereits und wir sind bereit für die 3 Tage. Eigentlich wollte ich mit einem Freund an den Morgenstreich aber wir haben beide abgesagt und schieben das auf das nächste Jahr. Es ist schon sehr interessant wie mein Sohn all diese Wörter und Dinge aufschnappt und uns dann quasi erklärt wie das geht: Wer was vom Wagen schmeisst wer welche Nase trägt und wie die nun genau trommeln und was er dem Waggis sagen muss damit es dann „Schläckis“ gibt. Ich vermute einfach einmal hier wo wir wohnen kommt kaum ein Mensch an der Fasnacht vorbei und ich fange das wirklich an zu mögen. Das ist Kultur und das ist vielfältig und macht einfach Spass. Ich kann mir sogar vorstellen auch eine Clique zu gründen. „Die schwäre Metaller“ oder so, wir würden Köpfe schütteln und Metal Songs spielen. Nehmen Kinder einfach so an was um sie herum läuft? Vorzeigen und Nachmachen? Denke schon zu einem grossen Teil und der Rest bleibt Geheimnis. Eben das Geheimnis der Fasnacht. Heute waren wir an der Cortège in Basel. Big S. ist zwischen verängstigend und hochentzückt auf meinen Schultern gesessen oder ganz Nahe an den Waggis-Wagen und ist aus dem Staunen kaum noch rausgekommen. Ich stelle mir alle diese Larven und diese Musik und diese Wagen und diese Menschen vor wenn ich noch ein kleines Kind wäre. Dann ist das wirklich DIE Traumwelt und die gilt es doch ein Leben lang beizubehalten.

Wind in den Haaren

Es stürmt in letzter Zeit wie am Meer bei uns in Birsfelden. Da fliegen Sachen vor dem Fenster durch und manchmal stehen die Bäume ganz schön schief. Vor kurzem wollte nicht mal mehr der Hund wirklich raus und mir hat es heute Morgen fast den Schirm um den Kopf geklappt. So wie am Meer ist ja ganz schön könnten wir jetzt denken. Es fehlt einfach der Salzgeruch für die Nase und das Klingen der Wellen für die Ohren und überhaupt riecht die Luft hier einfach anders. Aber wieder einmal ans Meer…ja das wäre schon was…

50% zu 50% ? 

Vorerst blieben wir aber schön ruhig und versuchen vor der Geburt noch dies und das zu richten und in Ordnung zu bringen. So haben wir seit zwei Tagen Vorhänge im Schlafzimmer und fühlen uns wie im Hotel. Wir hatten einfach so lange keine, weil wir aussen einen elektrischen Vorhang haben und dachten ach…passt schon. Jetzt sehen wir beide dass es viel gemütlicher ist. Dann sind da noch die Babyfläschchen, Kleider, Beistellbettchen wieder zurück verlangen, Stubenwagen, Vorräte aufstocken, Krankenkasse anmelden und Kind anerkennen. (Das meiste davon hat meine Frau organisiert, das möchte ich hier erwähnen.) Da wir nicht verheiratet sind muss ich mein Kind anerkennen auf dem Zivilstandesamt. Dazu sind wir alle drei hin und dann gibt es viele Papiere zu unterschreiben. Stillschweigend wird anscheinend von verheirateten ausgegangen, dass das Kind im Bauch der Frau immer vom Mann mit dem gleichen Namen ist! Wir müssen dazu auf dieses Amt gehen. Nun gut, ich habe es verstanden. Bei den Erziehungsgutschriften gibt es zwei Möglichkeiten: Mann 0% und Frau 100% der Gutschriften oder Mann 50% und Frau 50% der Gutschriften. (Das ist für die AHV damit die Kinderzeit auch angerechnet wird.) Wir fanden die Auswahl nicht vollständig. Es könnte ja auch noch 70% und 30% oder 60% und 40% als Option geben? Kurze Zeit später habe ich mit einem kurz vor der Pensionierung stehenden Mann gesprochen und der fand es wahnsinnig, dass wir heute 50% und 50% ankreuzen können. Wie doch die Ansprüche und Vorstellungen sich ändern mit der Zeit. Immer wieder ist es für mich darum gut zu schauen wie es früher war und für was die Generationen vor uns gekämpft haben. Mutterschutz zum Beispiel: Gesetzlich seit 2005 in der Schweiz verankert!! Da sehe ich leider ziemlich dunkelschwarz für den Vaterschaftsurlaub. Gute Zeiten wünscht PAPArlapappi.