Das ist ein Papablog. Ich bin ein Papablogger. Paparlapapp! Ich blogge über den alltäglichen Wahnsinn mit einem Kleinkind und hinterfrage dabei auch die Rolle des modernen Vaters, heisst es im Bericht des Birsfelder Anzeigers vom 21. April 2017. Wahnsinn? Im Wahn und von Sinnen? Sinnlich und wahnlich? Sinn-wandelnd und wandelbar? Das Wort gefällt mir irgendwie und doch klingt es hart. Vielleicht zu hart. Bin ich mit einem Kleinkind wirklich im Wahnsinn? Ja! Wahnsinnig glücklich und zufrieden und wahnsinnig müde und überfordert. Es scheint mir wie ein Pendel zu sein welches zwischen wahnsinnig schön und wahnsinnig anstrengend (gelinde ausgedrückt) schwingt. Schwingen passt mir als Wort auch noch: Wenn es mir gelingt mit dem Kinde mitzuschwingen und seine Schwingungen zu fühlen, so schwinge ich wohl auch ruhiger und gelassener. Das bei meinem Sohn das sprechen langsam einsetzt macht ein gemeinsames "schwingen" bald einfacher. Wahnsinnig ist für mich die Unmittelbarkeit eines Kleinkindes. "Ja, ich habe dich gehört und gesehen, aber du darfst noch 15 Minuten warten, bis ich fertig bin mit meinem Blogeintrag," das geht nicht und wenn die Windel überläuft und sich ein Duft in der Wohnung zu verbreiten beginnt, dann schon gar nicht. (Und wenn möglich noch das neue Sofa in Mittleidenschaft gezogen wird, ist uns im Fall passiert.-) am dritten Tag des neuen Sofas habe ich meiner Freundin am Telefon erklärt, dass ich bereits am Flecken schrubben sei...sie sind heute zum Glück nicht mehr zu sehen.) Unmittelbarkeit läuft für mich auch beim Thema Essen mit. Wehe er hat schon den Guten-Nachtschoppen erkannt, dann werden die 4 Minuten bis er parat ist für alle zur Qual. Es ist mir einmal gelungen, meinen Buben 4 Minuten mit einem "ichmachmichjetztzumaffenfürdichmeinlieberknirpsi" Aktionsaufwand vor dem Weinen zu bewahren, danach war ich fix und fertig! 4 Minuten können echt verdammt lange sein!

Ich hinterfrage die Rolle des modernen Vaters? Gibt es den "den" modernen Vater schon? Oder "die" Rolle des modernen Vaters? Was ist "der" moderne Vater? Hier gibt es meiner Meinung nach zum Glück keine fixen Antworten und wenn sie doch jemand für sich pachtet, dann ist wohl Vorsicht geboten. Also kann ich die Rolle des modernen Vaters gar nicht hinterfragen weil es den modernen Vater so noch gar nicht gibt. Ich hinterfrage den traditionellen Vater vielmehr als den "neuen" oder "modernen". Gemäss einem Report von mencare.swiss hat in der Schweiz einer von zehn Vätern seine Arbeit reduziert um mit seinem Kleinkind Zeit zu verbringen und neun von zehn sagen, sie würden dies auch wollen wenn sie nur könnten. Das ist wahnsinnig modern! Oder versteckt sich hinter dem modern noch der "Papi-Tag-Papi" oder der "Wochenendeinkauf-Papi" oder der "Mittwoch-schon-um-15-aus-dem-Büro-Papi"? Liebe Papis: Ihr seid für das aufwachsen und sich entwickeln von euren Kindern GENAU so wichtig wie die Mütter und es gibt keinen Grund warum DU als Papi etwas nicht auch kannst so wie die Mutti! (jaja, schon klar! Einige Sachen kann nur die Mutti...) Unsere Kinder brauchen präsente, emotionale, sich fordernde und entwickelnde, zuhörende und nachfragende, meisterhafte und selbstfürsorgende Papis, damit die nächste Generation wieder Männervorbilder hat die ohne Zuckerbrot und Peitsche auskommen. Und vergiss das "ein Indianer kennt keinen Schmerz!" Die Indianer sind fast alle tot und Schmerzen gehören zu einem menschlichen Leben dazu. Punkt.