Das ist ein Papablog. Ich bin ein Papablogger. Paparlapapp! Gesehen vor der Migros. Um was es da wohl geht? Prostata Probleme? Potenzmittel? Burnout-Früherkennung? Ich weiss es auch nicht, bin nicht fragen gegangen. Meine Interpretation ist die folgende: Es geht (leider) nicht um die wichtigen Männerthemen, welche viele Männer gerade so richtig betreffen und der Gesellschaft am einfahren sind, die da sind: Zerbröseln der traditionellen Männerbilder, suchen einer neuen Rolle in der Gesellschaft und in der Familie, lernen einer neuen Fürsorgeseite, wenn da plötzlich Kinder da sind, die einem verlangen und zeigen, dass sie einem toll finden, Aushandeln neuer beruflicher und privater Zeitfenster wenn die Partnerin vielleicht auch so viele % arbeitet wie MANN selber...es gibt glaube ich noch weitere aber das genügt ja vorerst einmal. Das zerbröseln der traditionellen Männerbilder finde ich sehr interessant, weil es heftig ist und mit lautem Knall vor sich geht. Ernährer und Besserwisser ist vorbei. Heute wissen auch die Frauen und jagen können Sie auch. Das Fleisch hängt ja im Kühlregal und muss nicht mehr erschlagen werden, insofern jagt ja auch der Mann schon länger nicht mehr würde ich meinen. Aber er benimmt sich häufig noch so als hätte er nach einem Arbeitstag auf dem Heimweg noch eine Gazelle erlegt für die hungernden Kindermäuler. "Schatz ich bin jetzt daheim und sage dir auch noch gleich was mir alles nicht gefällt hier und warum sind die Kinder überhaupt noch wach?" Oder noch besser:"Kinder, ab ins Bett, jetzt ist Papa hier und der zeigt euch wie es läuft!" Genau, besonders wenn er den ganzen Tag abwesend war und seine Kinder so oft zu Gesicht bekommt. Es bröselt an vielen Stellen, das ist anstrengend und es gibt noch nicht wirklich viele Vorbilder, weil auch die noch in den "Brosmen" stehen und mit offenem Mund dastehen und nicht verstehen was abgeht. Die neue Rolle in der Gesellschaft und Familie suchen geht für mich mit dem Zerbrosmen zusammen. Was bin ich als MANN noch wert? Was kann ich als MANN noch gut? Was darf ich noch zeigen als MANN und was um allerherrgottsnamen wird eigentlich von mir erwartet? Wenn ich Mithelfe mache ich es falsch und wenn ich nicht mithelfe mache ich es auch falsch! (Das ist nicht auf mich persönlich bezogen.) Was also soll ich in Zukunft als MANN noch machen und was nicht mehr und wo gibt es da Vorbilder? Wer sagt eigentlich dass es der Mann sein muss der die Technischen Dinge erledigt und die Frau, die die Wäsche macht? Eigentlich niemand, aber es war schon so lange so und da haben wir uns einfach daran gewohnt. Ist es schlimm? Nein, schlimm nicht aber wenn es unreflektiert ist, dann finde ich es persönlich schlimm. Wie steht es mit den Männlichen Emotionen? Zulassen oder auf Rambo stellen? Dem Kinde nur den Rambo zeigen bringt es dann auch nicht weiter in Sachen neue Männervorbilder. "Ein Indianer kennt keinen Schmerz!" SO EINEN SCHEISS ECHT!!! Bitte mich nicht falsch verstehen: Ich liebe Rambo und Action Filme, höre fast ausschliesslich Deathmetal der übleren Sorte und bin, ich würde einmal sagen, ziemlich beschmückt mit Tattoos trage fast nur schwarze shirts oder Army Zeux. Äusserlich und Innerlich sind aber meiner Meinung nach zwei paar Schuhe. Sich den eigenen Gefühlen stellen, diese verbalisieren können und in Interaktion mit dem eigenen Kind diese auch offenlegen können ist ein grosser Schatz für unsere Zukunft als Männer auf dieser Welt. Austauschen, zulassen, reflektieren und dazu stehen können, dass auch MANN Gefühle hat und weinen darf. Trotzdem will ich optisch den "bösen Buben" zelebrieren wenn ich denn schon nicht mehr jagen kann. Als Vegetarier gibt es auch nicht so viel zu jagen. Ob es noch immer so viele Harte Jungs braucht weiss ich auch nicht, es braucht vor allem reflektierte, anwesende, emotionale, zuhörende und nachfragende Jungs, Buben und Männer. Na dann, auf was wartet ihr noch?