Was ist ein guter Vater?

Das ist ein Papablog. Ich bin ein Papablogger. Paparlapapp.

Margrit Stamm hat im Bund ein Interview gegeben. Es geht um Erziehung. Männer. Gute Väter. Gute Mütter. Und Autos. Der Bericht ist unten angehängt. Margrit Stamm ist Erziehungswissenschaftlerin und schon sehr lange im Geschäft, sie weiss also bestimmte Dinge in ihrem Fachbereich.

Margrit Stamm wird gefragt: „Und was ist ein guter Vater?“ Ihre Antwort: „Manchmal gilt ein Vater schon als gut, wenn er am Freitagnachmittag freinimmt und Windeln wechselt. Als «neuer Vater» gilt einer, der Vaterschaftsurlaub nimmt und mit seiner Partnerin Berufs- und Familienarbeit aufteilt. Aber: Ein guter Vater ist nicht nur in den ersten Monaten da, sondern langfristig ein verlässlicher Partner für sein Kind. Derzeit vergisst man das gerne.“ Kommentar PAPArlapappi: Familienarbeit aufteilen und langfristig da sein. Klingt für mich auch stimmig. Nach dem Vaterschaftsurlaub (wenn er dann einmal kommt!) wieder zu 100% abdüsen ist nicht wirklich hilfreich. Das Kind „vergisst“ ja innert Kürze wer denn dieser PAPA überhaupt ist, wenn dieser drei Wochen nach der Geburt nur noch da ist, wenn das Kind schon schläft. Und am Morgen schon weg ist beim ersten Pups des Knirpsen. Die Frage „guter Vater“ ist natürlich problematisch. Sie suggeriert ja gerade, dass es ein GUT gibt und dieses GUT auch gemessen werden kann. Und dann gibt es auch ein SCHLECHT in dem Falle? Das ist sehr vereinfacht und da spielen ja X hoch 1000 Gründe zusammen warum etwas als GUT oder eben weniger GUT angeschaut wird.

Guter Vater auch wenn 100% Arbeit ruft?

In einem Nebensatz sagt Frau Stamm, dass eben auch ein Vater der 100% arbeitet ein guter Vater sein kann. Kommentar PAPArlapappi: Ja und Nein. Weil es eben ein GUT oder SCHLECHT meiner Meinung nach nicht gibt. Ja, es ist wohl möglich (je nach Definition) ein guter Vater zu sein bei einem 100% Pensum. Es ist und bleibt aber eine Tatsache, dass gerade beim Kleinkind der Vater bei einem 100% Pensum am Anfang ja fast nur ein schlafendes Kind vorfindet. Ausser am Wochenende natürlich. Nein, weil ich doch finde wenn ein Vater sein ganzes Berufsleben (oder noch länger) 100% oder noch mehr arbeitet, dann verbringt er rein rechnerisch einfach viel weniger Zeit mit dem Kind. Ein Tag hat 24h und wenn davon 8 bis 10 „verarbeitet“ werden und das jeden Tag, dann bleibt rechnerisch einfach weniger für Kind und Familie. Quality-Time hin oder her. Das ist eine mathematische Sache und darin sind Männer ja gut oder? Weniger Zeit=weniger Übung und Kontakt= weniger verstehen und weniger Nähe zum Kind. (Muss nicht immer sein, weil es ja eben für mich kein GUT oder SCHLECHT gibt.)

Fundament der Familie = PAPA?

In einem weitern Satz erwähnt Frau Stamm, dass vergessen gehe, dass Männer und Väter in der Schweiz häufig für die volle Lohntüte sorgen und z.B. das Auto in die Werkstatt bringen oder die Steuererklärung ausfüllen oder Versicherungen abschliessen. Kommentar PAPArlapappi: Hääää? Klingt für mich nach klassischer Aufteilung: Mann Technik und Geld, Frau Kind und Küche. Das ist mir jetzt zu einfach auch wenn den Männern oder Vätern dafür zu wenig gedankt wird. Wäre es nicht einfach schön immer ein „Danke“ loszuwerden, egal wer in der Familie welche Leistung erbringt? Wer etwas besser kann oder sich mehr dafür interessiert der kann es ja tun und der oder die andere sagt dann einfach danke dafür. Was ist wenn gar kein Auto da ist oder die Frau die Lohntüte nach Hause bringt? Ist sie dann automatisch eine Rabenmutter? Hat eigentlich früher jemand den Müttern Danke gesagt für all die Arbeit die sie gemacht haben oder eben immer noch häufig(er) machen? Wohl hat auch den Männern niemand Danke gesagt, es war halt einfach so und so war es dann eben. Also wie wäre es mit DANKE sagen lernen?

„Türstehermütter und Super-Daddys“

Es geht dann weiter im Text um die „Türstehermütter“. Das sind welche, die den Vater nicht machen lassen sondern immer doch noch ein wenig besser wissen, WIE etwas GENAU gemacht werden muss im Umgang mit den Kind. Solche Mütter seien ganz froh, wenn der PAPA nicht zu viel daheim ist. Verständlich. Klingt anstrengend. Männer und Väter müssen unbedingt selber Erfahrungen machen können sonst wird das sehr anstrengend und schwierig. Austauschrunden mit der Partnerin zur Frage wie es denn gegangen ist mit dem Kind, können sicher hilfreich sein. Super-Daddys sind die welche alles unter einen Hut bringen und dabei nie leiden oder schlecht schlafen oder genervt sind. Und weil es die auch so wenig gibt wie die Super-Mamis, würde ich einfach sagen, weg mit den Mythen und her mit der Realität. Aber in einer Welt in welcher alle immer jung bleiben und attraktiv sind und sexy und berufsmässig top und gesund und und und…in so einer Welt ist es einfach manchmal anstrengend sich Unzulänglichkeiten einzugestehen. Nur Mut, es lohnt sich auszupacken! Gute Zeit und hier ist noch das Interview.

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