Männerseelen- der goldene Käfig ist noch zu!

Dies ist ein Papablog. Ich bin ein Papablogger. Paparlapapp.

Nun ist Björn Süfke also an der Reihe mit seinem Buch „Männerseelen“. Das Buch habe ich mir in den Ferien zu Gemüte geführt. Ferien sind immer eine schöne Sache, nicht nur um Bücher zu lesen. Ich habe vor längerer Zeit das aktuellste Buch von Björn, „Männer. Erfindet. Euch. Neu.“ in diesem Blog beleuchtet. Damals hat mir der Björn etwas als Kommentar dazu geschrieben und ich hatte die Ehre ihn persönlich zu treffen an einem Workshop im Rahmen der Ausstellung der Väterbilder. Den Björn kennen zu dürfen, insbesondere auch seine Bücher, empfinde ich wirklich als eine Ehre. Süfke bringt es für mich so auf den Punkt, dass es schon fast weh tut. Das muss es wohl leider auch sonst wird sich ja in den Männerherzen nie etwas bewegen. Und das soll es doch, oder?

Knapp und klar

Das Buch Männerseelen empfehle ich wirklich jedem Mann auf das Nachttischchen. Ich halte es für ein sehr gutes Buch. Männer würden nach der Lektüre des Buches meine Beratung aufsuchen wollen und mir meine Praxistüren einrennen. Ich würde reich und damit glücklich, hätte so viel zu tun, dass ich meine Familie nicht mehr wirklich sehen würde, nach Jahren würde ich glauben DER King im Männerbereich zu sein, würde einen fetten Schlitten fahren, abends in der Kneipe scharfe und sexistische Witze erzählen, vielen Frauen den Hof machen, einen dicken Panzer der Gefühlsabwehr aufbauen und den bis zum Sterbebett mit mir tragen. Klingt verrückt? Entspricht aber dem Schweigen der Männer.

Gefühle und was sie uns sagen wollen

Im letzten Kapitel listet Süfke einige alltägliche Gefühle auf und was sie uns sagen könnten wenn wir hören würden.

Trauer: Trauer zeigt uns, dass es noch Zeit braucht um etwas zu verarbeiten, zu akzeptieren oder damit leben zu lernen. Das braucht Zeit, Stille und ein Zulassen. Typisch männlicher Umgang mit Trauer ist häufig: Schweigen, sich zurückziehen, rationalisieren, verfallen in Aktionismus, kleinreden.

Mach den Test:

Wann hat du das letzte Mal die Trauer unterdrückt mit Worten wie „es geht gleich wieder“?- oder wann hast du die mögliche aufkommende Trauer einfach mit einer verletzenden Bemerkung in die Runde abgetan oder einmal mehr deine Überlegenheit demonstriert? Willkommen im Männerland. (Verletzende Bemerkungen werden übrigens häufig abgetan mit „War nur ein Witz!“) Das Buch Männerseelen hat zwar keine Testfragen für den „harten Mann“ aber es hat mir gerade Spass gemacht diese zu stellen.

Was würde sich verändern wenn alle das Buch lesen würden?

Die Welt würde ruhiger, klarer, weniger gewalttätig, Familien würden glücklicher, weil PAPA nun auch zuhören und kuscheln kann und nicht immer den letzten Spruch machen muss, Frauen würden glücklicher und Beziehungen angenehmer. Meine Vermutung ist, dass viele Männer daheim in den eigenen vier Wänden ganz anders sind aus draussen auf der Strasse und im Job. Das ist schön und doch beängstigend. Wie schaffen wir als Gesellschaft den Dreh in die eine oder andere Richtung? Es ist ja nicht so, dass sich solche Dinge schnell verändern, nein, das tun sie eben nicht. Auch für mich in der Beratung stellt die traditionelle Männlichkeit immer wieder Herausforderungen bereit. Stell dir eine Beratung vor und der Kunde schweift ab und verschachtelt seine Sätze, sitz aus, verwendet ganz viele komplizierte psychologische Wörter, monologisiert (textet mich zu), macht Sprüche, ironisiert und immer wenn es zu einem Gefühl gehen könnte wehrt er ab, es sei ja nicht sooo schlimm.

Ja, ich will!

Genau solche Väter und Männer wünsche ich mir in der Beratung. Wir werden einen Weg finden und auch wenn der erste Schritt holprig ist, es geht bei jedem Male einfacher! Süfke schreibt treffend: „Eine weitere, viel zu selten genutzte Möglichkeit der Auseinandersetzung mit der eigenen männlichen Identität ist der ernsthafte persönliche Austausch mit anderen Männern.“ Gibt es übrigens auch bei mir hier rechts auf der Webseite. Du siehst, ich bin Teil der Lösung, aber eben, wenn es keine Probleme gibt unter den Männern, dann braucht es ja auch keine Lösungen, oder?

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