Männeraufbruch, gegen intergalaktische Geschlechterklischees und DANKE MAMMA!

Das ist ein Papablog. Ich bin ein Papablogger. Paparlapapp.

Ich war wieder eine ganze Woche am Stück weg. Arbeitsbedingt. Es war eine gute Woche und am Samstag um kurz vor 17:00 Uhr bin ich wieder daheim eingetroffen. Hundemüde, war ich doch mit 20 Jugendlichen im Konf-Lager. Daheim angekommen sah ich Big S. draussen in der Weite, wie er mir gerade noch etwas sagte wo er hingehe und dann war er weg. „Papa ist wieder da!“ hat nicht viel geholfen. Er war gerade an einem Projekt und das sollte noch beendet werden. Also trank ich einen Kaffee (den wohl XXten an diesem Tag) und tauschte mich mit Frau kurz aus, wie es denn so gelaufen war und was bei Big S. gerade sich neu entwickelt hat. Da staune ich immer wieder, wie schnell er sich neue Dinge aneignet oder wie schnell er sich verändert und Sachen neu kann oder alte nicht mehr macht. Und wieder einmal mehr: Unsere Kinder kopieren uns ganz einfach. Von daher werde ich nicht mehr spucken, wenn ich mit Big S. draussen unterwegs bin.-) Gemeinsam mit meiner Frau machen wir immer wieder die Erfahrung wie anstrengend es ist alles alleine zu machen auch wenn es „nur“ eine Woche ist. Haushalt, Kind, Hund, Arbeiten, Eigenzeit für Dinge wie Yoga oder sonstigen Luxus. Wir denken dann häufig an Menschen die das alles alleine machen und sind dann jeweils von einer Ehrfurcht erfüllt. Meine eigene Mutter hat das auch gemacht mit zwei Kindern, da sehe ich erst heute was das bedeutet. Auch wenn ich im Rückblick nicht alles toll fand was sie gemacht hat. Sie hat es geschafft uns beide grosswerden zu lassen in einer Zeit, in welcher es noch nicht alles gab was es heute an Hilfestellungen ung Angeboten gibt. Das ist eine krasse Leistung. Das habe ich ihr aber auch immer mal wieder gesagt. Wohl zu wenig.

Männeraufbruch oder Absagen?

Den kommenden Samstag wollte ich an einer Weiterbildung teilnehmen. Thema „Vater sein heute“. Die Tagung findet nicht statt da es zu wenige Anmeldungen gegeben hat. Trotz Biörn Süfke als Referent. Es ist, so scheint es, überall ähnlich. Das Thema „Mann und Vater sein“ ist in aller Munde und doch können Weiterbildungen oder Kurse oder Väterrunden nicht stattfinden, da sich schlicht nicht genügend Männer und Väter dafür interessieren. Da darf ich doch mit etwas Stolz erwähnen, dass die aktuelle Runde von PAPArlapapp in Birsfelden läuft und bereits am kommenden 15. Oktober 2018 von 19:00 bis 21:00 Uhr wieder „PAPArlagebiert“ wird! Das freut mich sehr und macht mich stolz. Nicht auf meine Leistung als Gründer der Runde, sondern vielmehr als Teilnehmer der Runde. Ich bin stolz auf die Männer und Väter die teilnehmen! Das will ich euch hier einmal so schreiben! IHR SEID HELDEN für mich! Ein Hoch auf euch! weiter so…

Jahrbuch für Männer in der Gegenwart (auch für Frauen geeignet!)

Es ist also nun Tatsache geworden. Im Buch „männeraufbruch“ bin ich mit einem Beitrag vertreten. Mein Text heisst „die Männergruppe- Mögliche Bedeutung, ein Beispiel und ein Impuls.“ Das Buch bietet 38 Geschichten, Essays, Gedichte und Impulse von Wissenschaftlerinnen, AutorInnen und Männerberatern. Die Idee ist, das Buch auf dem Nachttischchen stehen oder liegen zu haben und Jede Woche ca. einen Text zu lesen und über diesen nachzudenken. Idealerweise passiert das in einer Männergruppe die sich regelmässig trifft und dazu reflektiert oder meditiert. Wer sich für das Buch interessiert darf sich direkt bei mir melden. Das Buch ist auch ideal für Frauen.

Geburtskarten

In schön regelmässigen Abständen erhalten wir Geburtskarten zugeschickt. „Unser Sonnenschein ist endlich da!“ „Das Glück ist nun endlich perfekt!“ „Gott hat sich uns erbarmt und uns eine Tochter geschenkt!“ „Wir staunen ab so einem kleinen Wunder und sagen Danke!“ „Wir sind unendlich glücklich und froh!“…JAAA…auch ich kann eine gewisse Freude empfinden wenn ein Kollege oder mir nahestehende Person einen Familienzuwachs verzeichnen kann. ABER…Geburtskarten finde ich häufig schnulzig und übertrieben. Weil mich stört dieses „ich will jetzt der ganzen Welt sagen, dass ich sooooo glücklich bin!“ Natürlich ist es erlaubt und OK, aber in einer Gesellschaft in welcher es kaum noch Alter, sterben und Tod geben darf/kann, weil wir immer glücklich und motiviert sein müssen….ich habe meine starken Zweifel ob diese Karten wirklich immer von Herzen kommen oder ob „Mann das einfach so macht, weil es eben alle so machen?“ Keine Ahnung. Es gibt auch Beispiele wo sich Frau und Mann und das erste Kind nach der Niederkunft eines weiteren überhaupt nicht „soooo glücklich und toll fühlen“, weil es einfach alles auf den Kopf stellt und anstrengend ist! Davon gibt es glaube ich viele Beispiele. Aber wer will schon eine Karte mit der Aufschrift „Wir schaffen es kaum unseren Alltag in den Griff zu kriegen und jetzt hat Kind Nummer 1 auch noch die Grippe! Wir verrecken fast, bitte bringt uns gekochtes essen und Energiespritzen mit!!“ Wäre ja auch mal was oder? Auf jeden Fall das Buch „Männeraufbruch“ bereit halten!