MÄNNER ERFINDET. EUCH. NEU.

Es ist 07:30 Uhr und ich versuche einen Beitrag zu schreiben über ein Buch von Björn Süfke das da heisst „MÄNNER ERFINDET. EUCH. NEU.“ Also wie und wo soll ich anfangen? Es geht um MÄNNER. Und es geht darum, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Es geht um die Entwicklung des MANNES in den letzten hunderten von Jahren. Es geht um Gesellschaft. Es geht um Familie. Es geht um Rollen von MÄNNERN. Es geht um Ansätze für eine Zukunft des MANNES. Es geht um Versagensängste. Es geht um Vorbilder. Es geht um traditionelle Männerbilder. Es geht um Ängste. Es geht um den MANN. Noch etwas klar? Gut. Der Untertitel des Buches heisst „Was es heute heisst, ein Mann zu sein.“ Was heisst es denn heute ein Mann zu sein? Ein Versuch von PAPArlapappi. Es heisst (für mich) in einer Zeit zu leben wo es als MANN gewünscht ist sich einzubringen in Familie, Kindererziehung, Haushalt, Partnerschaft etc. Es heisst sich selber zu definieren und zu schauen was ich brauche und das auch auszusprechen. Es heisst Gefühle zeigen, emotional Präsent sein, Hilflosigkeit auch einmal einzugestehen und es heisst auch zu wissen was ich als MANN will. Und da ist es meiner Meinung nach in der noch herrschenden Welt der MÄNNER häufig nicht einfach. Es werden sehr viele Sprüche geklopft, es wird sehr viel Fassade aufgebaut um sich als MANN einzumauern, es wird viel Sexismus an den Tag gelegt, es wird (zu) viel gegrillt und gesabbert. Nicht das ich mich bei all dem zu 100% rausnehme, schon klar. Es fällt mir auf, weil ich mich seit längerem intensiv mit MÄNNERN und ihrem Wesen beschäftige. Also der Spagat zwischen „die Männer sind halt so“, bis hin zu „ich bin ein Mann und ich mag Hausarbeit und Kinderbetreuung“, oder „ich bin ein Mann und ich mag kitschige Hollywood Filme“, diesen Spagat zu machen, das kann in der heutigen Zeit anstrengend sein. Ich habe vor einiger Zeit den Spruch gehört:“Aber in der Nacht steht ja die Frau auf wenn das Kind schreit, oder?“ Genau! .-) Und ich gehe jeden Morgen in den Wald und erlege ein Birsfelder-Wildschwein, welches ich dann mit blutverschmiertem Oberkörper nach Hause trage und auf den Tisch knalle. (Gefällt mir eigentlich noch der Gedanke.) Ich weiss auch gar nicht ob ich so verstanden werde wie ich das möchte, dass MANN mich versteht. Bitte also Feedbacken! Süfke schreibt in seinem Buch von Männerkrisen und Männerkatastrophen. Die Krisen sind zeitlich befristet, die Katastrophen sind es nicht. Er schreibt auch davon, dass Männer häufig abgewertet werden, weil sie als unsensibel, stumpf und gewalttätig gelten. So werden z.B. mehr Männer in Kinderkrippen gewünscht und wenn sich einer für die Ausbildung meldet kann es rasch heissen „der ist ein Pädo oder schwul.“ Das sollten wir auch überwinden in Zukunft. Schnell einmal heisst es auch „die Männer sollen sich nicht beklagen und schon gar nicht etwas einfordern in der Gesellschaft, die haben ja alles und haben es immer schon gehabt.“ Ich finde sie haben z.B. keine Zeit um diese mit ihren Kindern zu verbringen, noch keine guten Möglichkeiten auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen oder keine Lust sich mit sich selber auseinander zu setzen. So holen in Deutschland gemäss Süfke, Männer nach 70 Monaten externe Hilfe bei grossen Herausforderungen im Leben, bei den Frauen sind es unter 10 Monaten. Traditionelle Männlichkeit bedeutet halt häufig immer noch „ich rede nicht, ich brauche keine Hilfe, ich habe DIE Lösung für meine Probleme und ich bin doch nicht schwul.“ Versagen nicht erwünscht. Hinterfragen nicht erwünscht. Fehler machen nicht erwünscht. Und wie sehen Süfkes Lösungsvorschläge aus? Also das was ich glaube davon verstanden zu haben. Es geht um ein Weiterentwickeln und nicht um ein besser sein. Es geht um ein Versagen dürfen. Es geht um ein Akzeptieren der eigenen Schwächen. Es geht um eine zeitliche Präsenz in der Familie. Es geht um Gefühle, Freude, Ängste, Trauer, Wut, Respekt, Fürsorge und ein Austarieren mit der Partnerin oder dem Partner. Es geht um Männer die ganz einfach auch Menschen sind mit allem was dazu gehört. Und es geht darum, dass Männer mehr reden müssen und sich austauschen sollen. Viele Bilder von Männlichkeit sind möglich. MANN! DU musst es einfach ausprobieren! Ein schönes Wort dazu ist Ambiguitätstoleranz. Wer mit seinem eigenen Austausch über sich und sein MANN sein starten möchte darf sich gerne bei mir melden. Die Angebote sind ja auch hier auf dieser Webseite zu finden. Oder sich bei Biörn Süfke melden. @Biörn: Vielen Dank für das tolle Buch, es hat mir sehr geholfen mich und MANN noch besser zu verstehen. Du hast es witzig, sachlich und verständlich geschrieben. Deine Danksagung im Buch ist einfach nur GEIL! Ich bin ein kleiner Fan von dir und ich habe gleich deine restlichen Bücher auch noch bestellt. Ich freue mich dich HIER zu treffen und noch was: Ich bin im Fall nicht schwul! AMBIGUITÄTSTOLERANZ.PUNKT.

08:22 Uhr- jetzt gehe ich weiter.

2 Gedanken zu „MÄNNER ERFINDET. EUCH. NEU.“

  1. Lieber Markus, jetzt habe ich gerade Deinen Blog zu meinem Buch gelesen und das erste Gefühl, das sich einstellt, ist, irgendwie erschlagen zu sein von der Fülle der Themen. Nun hast Du ja schon nur einige Themen angesprochen – und auch die teilweise nur mit einem Wort – und dennoch ist es einfach alles SOOO viel! Ich habe bislang bei vielen Lesungen gerne damit kokettiert, dass der Verlag ein 200-Seiten-Buch wollte, es aber 400 Seiten geworden sind, weil mich einfach so viele Dinge rund ums Mann-Sein so sehr bewegt haben. Jetzt gerade denke ich: Vielleicht habe ich es auch echt übertrieben, das ist ja erschlagend! Andererseits: Es ist ja auch einfach so, es SIND so viele Themen, Dinge, Veränderungen, Ambivalenzen, so viel Trauriges, Empörendes, Veränderungsnotwendiges. Und auch wenn ich Deine Formulierung „Männer MÜSSEN mehr reden“ ein bisschen korinthenkackerisch korrigieren möchte, da es mir auch schon wieder zu viel Vorschrift ist (nur halt eine neue, scheinbar moderne Vorschrift): Ich zumindest WOLLTE über all diese Themen eben gerne sprechen. Und vielleicht passt es eben in die heutige Situation von Männern, dass dabei etwas auch Erschlagendes herauskommt, das die Überforderung und die Verunsicherung in diesen Jahrzehnten des Umbruchs der Geschlechterverhältnisse spürbar werden lässt. Davon abgesehen ist das Mann-Sein halt auch etwas unglaublich Vielfältiges und Facettenreiches, das war es schon immer und das ist es in den heutigen Zeiten sicherlich ganz besonders – da müssen wir uns vielleicht auch von dem 2010er-Jahre-Gedanken verabschieden, dass alle relevanten Informationen und Gedanken zu einem Thema in einen schnell konsumierbaren 1000-Zeichen-Blogartikel passen müssen. Wir Männer, unser Innenleben, unsere gesellschaftliche Situation, unser Verhältnis zu Frauen, anderen Männern und Kindern, all das ist eben doch etwas komplexer als die Einrichtung eines modernen WLAN-Routers … wobei: das ist jetzt vielleicht kein gutes Beispiel! Ach egal, vielleicht rede ich es mir jetzt auch nur nachträglich schön, dass ich mich einfach beim Schreiben nicht kürzer halten konnte … Wie dem auch sei: Dir, Markus, danke für Deine Beschäftigung mit dem Thema im Allgemeinen und meinem Buch im Speziellen und allen Männern sowie den vielen (an uns) interessierten Frauen, die dies lesen, herzliche Grüße!

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