Was wir bereuen werden

Ich bin im Netz auf einen Text gestossen den ich hier besprechen möchte. Es geht um die Frage was wir auf dem Sterbebett bereuen werden. Happiger Stoff für einen Dienstag um 09:15 Uhr. Der Text findet sich hier.

Eine Sterbehelferin hat ein Buch geschrieben mit dem Titel «The Top Five Regrets of the Dying» (Die fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen). Warum ich das interessant finde? Nicht weil ich täglich an meine letzten Stunden denke aber weil ich es für mich wichtig finde mir diese Frage hin und wieder zu stellen. Ist mein Leben das was ich leben will? Investiere ich in die „richtigen“ Dinge im Leben? Sind die Anteile von Beruf, Familie, Freizeit ausgeglichen? Was würde ich in den letzten Stunden bereuen wenn ich es nicht getan hätte? Es gibt 1000 Fragen dazu. So muss ich in meinem Leben unbedingt einmal auf die 70000 TONS OF METAL Kreuzfahrt gehen! Wenn ich das nicht mache, dann werde ich das bestimmt bereuen. Klingt jetzt vielleicht banal, ist aber so! Und da hat ja ein jeder MANN (ist ja ein PAPA Blog hier.-)) so seine Sachen die er einfach einmal im Leben tun will. Oder ich möchte einmal eine längere Zeit in einem anderen Teil der Erde leben und arbeiten…Für mich ist es nicht eine „scheissegal“ Stimmung nach dem Motto „ich mache in meinem Leben was ich will und alles andere ist mir egal und ich nehme alle Drogen der Welt weil ich ja nur dieses eine Leben habe.“ Könnte ja auch sein, ist aber bei mir nicht so. Es ist ein abwägen, verhandeln, innehalten und irgendeinmal ein Entscheiden. Im Text unter Punkt 2 steht folgendes:„«Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet» «Jeder männliche Patient, den ich in den Tod begleitet habe, hat diesen Satz gesagt. Sie bedauerten, die Kindheit ihres Nachwuchses und die Gesellschaft ihrer Partner verpasst zu haben. Zwar äusserten auch Frauen dieses Bedauern, aber weil die meisten von ihnen einer älteren Generation angehörten, waren nur wenige vollberuflich engagiert gewesen. Aber die Männer bereuten ausnahmslos so viel Zeit ihres Lebens in den Tretmühlen der Arbeitswelt verbracht zu haben.» Ist doch irgendwie beschissen oder? Sich einen abgearbeitet und dafür die eigenen Kinder nie gesehen, die Partnerin verpasst und eventuell auch die Gesellschaft und die Freunde vernachlässigt. Ich höre schon die Kommentare „ja aber ich muss 100% arbeiten!“-„Ich verdiene einfach besser als meine Partnerin!“-„Ich würde ja gerne weniger arbeiten aber ich kann nicht!“-„Gut und Recht aber von was bitte sollen wir denn leben?“ OK, es ist ein Buch von einer Person aber es ist doch sehr interessant dass ausnahmslos alle MÄNNER das gesagt haben. Was kann das auf DEIN Leben übertragen heissen? Was kann DEIN Schluss daraus sein? Was kann MANN daraus lernen? „Ich würde ja schon weniger aber….“ Bei meinem Fünfpunkteplan läuft das unter dem kleinen Finger namens „zuhören und nachfragen und ein kleines Bisschen Selbstfürsorge“. Als Berater sage ich einem MANN der mir erzählt, er habe Angst einmal zurück zu blicken und sich sagen zu müssen er habe zu viel gearbeitet:“Stellen Sie sich vor sie liegen auf dem Sterbebett und es geht dem Ende entgegen. Was möchten Sie in diesem Moment von sich und Ihrem Leben sagen können? Wie möchten Sie Ihr Leben gelebt haben.“ Punkt drei im Text sagt folgendes:«Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken» «Viele Menschen mit denen ich zu tun hatte, haben ein Leben lang ihre Gefühle ‹der Harmonie willen› unterdrückt. Was dazu führte, dass sie sich mit einem mittelmässigen Dasein zufrieden gaben und sie sich nie zu jenem Menschen entwickeln konnten, der sie wirklich sein wollten. Ich denke, viele Krankheiten sind auf diese Verbitterung und Unzufriedenheit zurückzuführen.»  Krass oder? Irgendwie beängstigend und traurig. Der Harmonie willen die eigenen Gefühle nicht ausdrücken? Dabei wäre es ja für die MÄNNER gerade so wichtig ihre Gefühle auszudrücken und diese auch ihren Kindern genau so mitzuteilen. Ohne dass sie als „Pussy“ oder „Schwuchtel“ bezeichnet werden! Aber wie spricht MANN über seine Gefühle in der Beziehung und in der Familie? Wie wird MANN emotional Präsent? Als Berater werde ich häufig nach Tipps gefragt welche ich dann schön in eine Frage umwandle weil ich der Meinung bin das meine Tipplisten und Ratschläge (sind auch Schläge) nicht abschliessend oder richtig oder so sind. Aber ich mache es jetzt hier in dem Beitrag einmal doch: Meine Tipps also: 1) regelmässige Runden wo über die eigene Emotionalität gesprochen wird. Die Bürki Box kann helfen einen Rahmen dafür zu schaffen. 2) jeder Teilnehmende erhält eine gewisse Redezeit in welcher er oder sie nicht unterbrochen werden darf. 3) sofortiges Ansprechen von unschön erlebten Gefühlen in der Beziehung 4) externe Austauschrunden besuchen wo in einem klaren Rahmen geübt wird über Gefühle zu reden. Zum Beispiel PAPArlapapp. 5) wenn es einmal zu heftig wird, Raum verlassen, Abstand gewinnen, runterfahren und das Erlebte aus einiger Distanz noch einmal anschauen und erst dann ansprechen. Diese Tipps sind natürlich nicht abschliessend aber für mich ist es so: Wenn ich bei der Arbeit Z.b. jede Woche 40h etwas „übe“ was immer das auch für eine Arbeit ist, dann werde ich darin Übung erhalten, verhalte mich auch in stressigen Situationen eher ruhig, kenne die Abläufe und fühle mich am richtigen Ort etc. Warum sollte es in Sachen „Gefühle ausdrücken“ anders sein. Tipp Nummer 6 also: Übe dich in Sachen Gefühle ausdrücken wann immer du kannst, es wird sich für dich ausbezahlen! Eigentlich logisch oder? Für die aktuelle Woche also mein Tipp der Tipps: Gehe zu deiner Partnerin und sage ihr wie du dich gerade fühlst. JETZT und nicht auf dem Sterbebett!

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