Helikopter Kinder?

Beim Suchbegriff „Helikopter Eltern“ kommt Dr. google auf 269 000 Ergebnisse. Scheint also was los zu sein bei dem Thema. Ich habe schon verschiedentlich davon gehört und gelesen ohne ein grosse Ahnung davon zu haben was es „per Definition“ genau ist. Meiner Meinung nach sind es Eltern, die ihre Kinder oder ihr Kind permanent überfliegen, bemuttern und bevatern (lustig, dieses Word wird als falsch unterstrichen, scheint es noch gar nicht zu geben.-)) also ständig um und über ihrem Nachwuchs kreisen respektive schweben. So ähnlich der Mütter am Beckenrand im Therapiebad, welche beim Babyschwimmen auch ganz GENAU schauen ob ihre Männer da im „bisiwasser“ alles richtig machen mit dem Nachwuchs! Habe ich selber erlebt. Meine Frage an diese Mütter wäre: „Wie bitte sollen die Männer den Umgang lernen mit dem Nachwuchs, wenn da ständige Überwachung vom Beckenrand her lauert und beim kleinsten nein-so-machen-wir-das-aber-nicht, sofort eingegriffen wird?“ Das Kind merkt das ja meiner Meinung nach auch. Papa kann machen was er will, Mama kommt und macht es dann noch richtiger. Wird da etwa auch „Gehelikoptert“ am Beckenrand? Helikoptern ist ja in der heutigen digitalen Zeit auch einfach geworden. Alle sind ständig erreichbar und im Ernstfall auffindbar. Alles wird immer sicherer und „saverer“. So zum Beispiel Kinderspielplätze, die sind mittlerweile so sicher, dass die Kinder kaum noch spielen können, weil bewegende Teile sich kaum noch bewegen etc. das macht mir manchmal Angst. Die Frage ist für mich wie viel „Helikoptern“ ist nötig und erwünscht, wo geht es um die Sicherheit des Kindes und wo macht mir vielleicht auch einfach die Gesellschaft einen Strich durch die Rechnung? Eine Gratwanderung. Im Öffentlichen Raum den eigenen Kleinen schreien zu lassen kommt nicht gut an oder? Ihm aber ständig nachzurennen auch nicht so wirklich. Wo lernt das Kind am einfachsten und intensivsten? Eben wohl auch, wenn es einmal auf die Nase fällt beim Experimentieren und Basteln. Auf FB kursieren Videos mit „was wir früher noch alles durften als Kinder“, so zum Beispiel ohne Velohelm Radfahren, ohne Handy rausgehen oder einfach wieder heimkommen wenn es dunkel wird. Schön und gut, aber einen Velohelm finde ich nun wirklich nicht „helikopternd“, beim Eindunkeln und daheimsein da kann ich noch nicht viel dazu sagen Speziell „helikopternd“ finde ich schon, wenn sich Eltern an die Klassenlehrperson wenden wegen einer 4.5 in Mathematik und mit dem Gymi daherkommen! Oder wenn Eltern sich auf dem Spielplatz dauern um das Kind herum aufbauen und es vor allen Lernmöglichkeiten (dazu gehören auch Konflikte!) schützen will. Es wird ja so wohl gar nicht wirklich geschützt, weil es dann später im „Seich“ ist. Die Frage bleibt doch vielmehr: WANN MUSS ich als Vater eingreifen weil es gefährlich wird, mir eindeutig zu weit geht, meinen Vorstellungen von Normen und Werten nicht entspricht etc. Das ist für mich ein täglich neues aushandeln und ausprobieren. Bestimmt „helikoptere“ ich auch hin und wieder. Gehört wohl auch dazu. Den Helikopter einfach einmal stehen lassen und Vertrauen haben, ist bestimmt auch eine gute Lösung. Oder den Helikopter einfach bewusst zu hoch fliegen lassen?

Wie steht es eigentlich um die Kinder selber? Können die uns Eltern auch „behelikoptern“? Dazu mehr nächste Woche.

2 Gedanken zu „Helikopter Kinder?“

    1. Lieber Schreiber
      Vielen Dank für dein Feedback, das lese ich natürlich gerne.-) Schön, wenn du meinem Blog treu bleibst. Ich schreibe jede Woche einen neuen Beitrag. Herzlichen Gruss, PAPArlapappi, Markus Bürki

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