Es wird besser! Ach wirklich? Und wie weiter?

Das ist ein Papablog. Ich bin ein Papablogger. Paparlapapp.

Ich war gerade im Kino in Basel. Genauer im Kult Kino den Film GOLIATH schauen. Das Kult Kino zeigt am FRAUENSTARK FILMFESTIVAL Es geht in den Filmen um Frauenrechte, Frauenthemen und Männerthemen und Menschenrechte. Gleichzeitig läuft auch noch 16 TAGE GEGEN GEWALT AN FRAUEN. Ja, auch Männer werden von Frauen geschlagen, das ist auch scheisse, aber die meisten häuslichen Gewalttaten werden von Männern an Frauen ausgeübt. Es soll sich nicht umdrehen! Es soll ganz aufhören und dazu braucht es Anlässe wie dieses FRAUENSTARK FILMFESTIVAL oder die internationale Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen. Es hat auch bei diesen beiden Kampagnen mit Männlichkeitsvorstellungen zu tun. Wie soll der Mann sein? Wie soll er heute sein? Darf er weinen wenn er Schnupfen hat? etc. Darüber habe ich ja auch schon geschrieben. Der Film Goliath zeigt ein sehr junges Pärchen. Sie wird schwanger. Auf der Heimreise nach einer Party werden sie beide in der Öffentlichkeit angemacht und beide werden verprügelt. Sie kriegt eines in den Bauch, er will sie schützen, kann aber nicht und kriegt die Nase zerschlagen. Er (David) macht sich dann Schuldgefühle weil er seine Frau nicht beschützen konnte und greift zu Stereoiden und geht wie besessen ins Krafttraining.

Sehr klischiert und wortkarg

Der Film spult alle typisch angelernten Männerstereotypen runter und knallt sie dem David auf den Bauch. Er spricht kaum, wird schnell wütend, wenns nicht klappt greift er schon mal zu und kurz vor dem Beziehungsaus nimmt er alle möglichen Drogen, geht in den Puff und spritzt sich irgendwann noch mehr Stereoiden. Seine Freundin schweigt auch lange, bricht irgendeinmal aus sich heraus, schreit David an oder gibt ihm eine Ohrfeige. Beide sind total hilflos gefangen in ihren Verhaltensmustern und niemand (aber auch gar niemand) bietet von aussen Hilfe an oder fragt was eigentlich ab geht! Nicht einmal als er mit dem halben Gesicht im Verband auf der Arbeit auftaucht. (so etwas ist meiner Meinung nach klischiert und übertrieben.) Aber es muss wohl so sein, dass der Kern des Filmes an eine Breite Masse gelangen kann. Was ist denn der Kern des Filmes?

#mehrmännlichkeiten #sprechenwirdarüber #paparlapapp

Es gab nach dem Film ein Podium mit drei Menschen. Christine von Salis, Leiterin Fachstelle gegen häusliche Gewalt BL und Franco Fachin, Männerbüro Basel. Moderation: Michela Seggiani, Genderexpertin. Das Trio redete zuerst über den Film und was er mit ihnen gemacht hat. Er lässt eine Sprachlosigkeit zurück, war von beiden zu hören. Fehlende Kommunikation in der Beziehung, keine Methoden, kein Handwerkzeug um zusammen zu reflektieren. Für mich war die Diskussion zu lange zu einfach. Darum habe ich aus dem Publikum heraus die Frage gestellt wie wir denn nun an diese Männer (und Frauen) kommen, die sich in den eigenen vier Wänden verkriechen und nicht reflektieren bis es knallt. Auch habe ich erwähnt, dass es in 200 Seiten aus einem Männerbuch eigentlich relativ schnell aufgedeckt ist WIE es zu einem Teil der heutigen Männlichkeitsvorstellungen gekommen ist und warum wie die immer wieder an die nächste Generation weitertragen. WAS tun WIR jetzt? Die Antworten waren (wenn wunders…) auch nicht klar und einfach. Sonst hätten wir ja in der Thematik schon viel mehr erreicht. Herr Fachin vom Männerbüro Basel hat gesagt, er erlebe dass es schon besser werde, sich also Männer öffnen und ihre Beziehungen zu sich und ihren Partnerinnen anschauen wollen, also reflektieren und nicht einfach blind weitermachen. Da bin ich unsicher. Und natürlich will ich die Veränderungen schneller als sie geschehen. Aber bedenken wir, dass der Mutterschutz in der Schweiz im Jahre 2004 an der Urne beschlossen wurde!!! (WTF.-()) das habe ich wirklich nicht auf dem Schirm gehabt…

Wie weiter?

16 Tage bringt es auf einen schönen Punkt finde ich. Darüber reden, auch in der Öffentlichkeit wenn Sachen gesehen oder gehört werden. Und natürlich auch hier wieder #mehrmännlichkeiten #sprechenwirdarüber #paparlapapp. Aber es gibt wie so bei vielem was ich hier beschreibe natürlich kein Patentrezept. Aktiv bleiben oder es werden. In der nächsten Ausgabe werde ich über www.kinderschutz.ch schreiben und mich an die Verschriftlichung meines Treffens mit Tamara Funicello machen. Bleibt aktiv beim Lesen. Gute Wochen !