Vom Himmel auf Erden- was Sexualität für uns bedeutet

Das ist ein Papablog. Ich bin ein Papablogger. Paparlapapp.

Das ich gerne lese habe ich schon öfters kundgetan. Nun habe ich gerade ein Buch gelesen welches mich wirklich umgehauen hat. Davon werde ich nun berichten. In dem Buch geht es um Sexualität und was diese für uns bedeutet. Sie bedeutet bekanntlich für alle etwas anderes, auch darum geht es. Es geht darin um sexuelle Vorlieben auch „Sexualpräferenz“ genannt. Dabei geht es um die „Orientierung“, die „Ausrichtung“ und die „Neigung“. Die Orientierung zeigt ob jemand zu Frauen oder Männern hingezogen ist. Die Ausrichtung besagt, ob jemand sexuelles Interesse auf kindliche, jugendliche oder erwachsene Körper hat. Bei der Neigung geht es dann noch um die Frage welcher „Typ“ gemocht wird und die Frage wie wir es denn gerne hätten und was uns Spass macht. Da gibt es Vorlieben die ich mir bis anhin kaum vorstellen konnte. Es gibt WIRLKLICH alles! Es geht in dem Buch viel um Kommunikation (Sex ist eine Form der Kommunikation), um Bindungen, Bindungsängste, Emotionale Erfüllung, Ejakulation, Eucharistie, Hardcore-Pornografie, Harmonie, Brazilian- Butt-Lift, Dating-Apps, Geborgenheit, Kalendersex, Kinderwunsch, Koitalakrobatik, Orgasmusproduktion, Intimchirurgie, Krypto-Homosexualität, Kontaktbörsen, Reizmuster, Wolfgang Priklophil, Prostitution, Prägung, problematische Anteile in uns und vieles mehr…

Schamlippenverkleinerungen

Immer mehr junge Frauen finden ihre Schamlippen zu gross und lassen diese verkleinern. Nach der OP sehen sie dann „kindlicher“ aus. Woher kommt das? Wem oder was wollen diese Frauen gefallen? Sich selber oder ihrem Partner, der seine Aufklärung dank Pornographie aus dem Internet „gelernt“ hat? Und der arme Kerl hat dann das Gefühl Sex sei immer so wie im Internet zu sehen. Die Generation „1990“ hat dieses Problem ausgeprägter weil es ja vorher noch NIE in der Geschichte der Menschheit so viel an Pornographie frei zugänglich gab für alle und jederzeit! Das ist neu und darüber wird kaum geforscht oder berichtet. Meistens wird verharmlost (wir haben auch Heidi auf der Alp geguckt) oder versteckt (darüber reden wir nicht). Auch der Filter im Computer für die eigenen Kinder kann als Schuss nach hinten los gehen. Die Kinder kommen schon irgendwie an ihren Inhalt und sind so besser im Umgang mit den Computern als uns lieb ist. Das halbe Netz ist voll mit Sex und niemand scheint das zu interessieren oder zu konsumieren. SO einfach ist es eben auch nicht. Die Datenmengen lügen nicht. Irgend wer guckt sich das an. Auch die verbotenen und üblen Sachen, einfach alles. Was macht das mit uns als Menschen und unseren Beziehungen? Wie gehen unsere Kinder damit um? Wie gehen wir damit mit unseren Kindern um? Ich finde es ein grosses gesellschaftliches Experiment welches kaum angeschaut wird.

Vom Aussen ins Innen

So wie ich das Buch verstanden habe geht es bei vielen OPs um Kompensationen. Im inneren ist etwas nicht im Lot oder verrückt. Mit einer OP kann ich gegen aussen den Anschein wahren, dass alles gut ist. Wenn ich schön und sexy bin und meine Brüste gross sind, dann entspreche ich dem vorherrschenden gesellschaflichten Konsens und werde akzeptiert. Gegenfrage: Was ist wenn der gesellschaftliche Konsens in einer Sache auf einmal ist sich einen Oberarm abzutrennen? Würden sich dann auch viele Menschen einen Oberarm abtrennen lassen? Selbstoptimierung und wohl auch Selbstunverständnis. Meine Antwort ist irgendwie so: Wenn sich Menschen mehr mit sich selber und ihrem Inneren beschäftigen würden dann gäbe es vielleicht auch weniger Intimoperationen. Die Penisgrösse ist auch so ein Ding weil: Die Scheide passt sich der Grösse an und die Grösse ist nicht entscheidend! Ok, wenn nichts da ist, dann wird es schwierig, aber dazwischen ist fast alles OK. Die Gesellschaft produziert solche Bilder und Normen und diese prägen sich in Hirne ein. In diesem Fall in die männlichen.

Wie viel Problematisches ist in mir?

Auf der Skale zwischen „akzeptiert“ und „strafrechtlich verfolgbar“ gibt es Vieles. Und was ist in mir vorhanden? Wie gehe ich mit diesen Teilen in mir um und was machen diese mit mir? Auch darum geht es in dem Buch. Und wie bei schon vielem kann und ist ein guter Ansatz sich zu reflektieren und ins Gespräch zu kommen darüber. Über sich und seine Inneren und Äusseren Anteile. Nicht reden führt häufig in die Isolation. Dieses Buch empfehle ich wirklich auf jeden Nachttisch. Als Weihnachtsgeschenk oder einfach so, weil es ein verdammt gutes und wichtiges Buch ist welches ein verdammt wichtiges Thema aufgreift und SEHR GUT dokumentiert.

Vom Himmel auf Erden - Christoph Joseph Ahlers, Michael Lissek